15. Mai 2024

Европейские выборы и кампания против АдГ – Die Europawahlen und die Kampagne gegen die AfD

Ein neu­er Arti­kel in mei­ner monat­li­chen Kolum­ne für die rus­si­sche Zei­tung “Wede­mo­sti”.

Als ich die Schlag­zei­le las, dass Deutsch­lands Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Pis­to­ri­us erklärt hat, der Ukrai­ne drei HIMARS-Rake­ten­wer­fer lie­fern zu wol­len, dach­te ich zuerst an einen Druck­feh­ler. Die deut­sche Bun­des­wehr ver­fügt schließ­lich über kei­ne HIMARS-Rake­ten­wer­fer, son­dern nur über weni­ger effek­ti­ve MARS II-Rake­ten­wer­fer, die aber schon alle der Ukrai­ne geschenkt wur­den. Als ich dann den gan­zen Arti­kel las, ver­stand ich: Deutsch­land bezahlt die HIMARS-Rake­ten­wer­fer, die aus den Bestän­den der USA an die Ukrai­ne gelie­fert wer­den. Also nicht genug damit, dass wir unse­re eige­nen Bun­des­wehr­waf­fen ver­schen­ken, wäh­rend die USA ihre Waf­fen der Ukrai­ne immer nur ver­mie­tet haben, jetzt bezah­len wir auch noch die Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Ukraine!
Was hat das mit den Euro­pa­wah­len zu tun, mag der Leser fra­gen. Ich sage: Alles! Seit Ende letz­ten Jah­res ist klar, und ich habe es auch schon hier in die­ser Zei­tung ana­ly­siert, dass die USA sich aus der Ukrai­ne zurück­zie­hen wol­len. Das heißt, sie wol­len zwar wie bis­lang an der Ukrai­ne ver­die­nen, aber kei­ner­lei Unter­stüt­zung mehr leis­ten. Das gilt unab­hän­gig davon, ob Trump oder Biden die Prä­si­dent­schafts­wah­len gewinnt. Es ist beschlos­se­ne Sache: Die Euro­pä­er sol­len ein­sprin­gen und den Anteil der USA erset­zen. Die Zusa­ge des deut­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters, drei HIMARS-Sys­te­me in den USA zu kau­fen, um sie sofort den Ukrai­nern zu schen­ken, ist nur ein klei­ner Anfang.
Es ist geplant, den Anteil der Ukrai­ne-Hil­fe am Brut­to­in­lands­pro­dukt der gro­ßen euro­päi­schen Län­der, allen vor­an Deutsch­land, deut­lich zu erhö­hen. Deutsch­land hat die Ukrai­ne von Janu­ar 22 bis Janu­ar 24 abso­lut mit ca. 24 Mil­li­ar­den Euro unter­stützt. Außer­dem tra­gen wir als größ­ter Bei­trags­zah­ler der EU den Haupt­teil der EU-Zah­lun­gen an die Ukrai­ne, die in die­sem Zeit­raum fast 80 Mil­li­ar­den Euro betru­gen. Ins­ge­samt hat Deutsch­land die Ukrai­ne mit bis­lang über 41 Mil­li­ar­den Euro unter­stützt. Gemes­sen am Brut­to­in­lands­pro­dukt waren es dank der Grö­ße der deut­schen Volks­wirt­schaft aber nur 1,06%. Est­land dage­gen hat mit 1,39 Mil­li­ar­den Euro abso­lut wenig Unter­stüt­zung geleis­tet. Aller­dings ent­spra­chen die­se 1,39 Mil­li­ar­den Mil­li­ar­den 4,09 % des est­ni­schen Brut­to­in­lands­pro­dukts. Es wer­den nun For­de­run­gen laut, dass Deutsch­land und ande­re wirt­schafts­star­ke EU-Län­der die Ukrai­ne mit min­des­tens 2% ihres Brut­to­in­lands­pro­dukts unter­stüt­zen sollen.
Dies wäre nahe­zu eine Ver­dopp­lung der euro­päi­schen Unter­stüt­zung für die Ukrai­ne und wür­de eine spür­ba­re Belas­tung der Staa­ten und Volks­wirt­schaf­ten bedeu­ten. Damit sol­che unpo­pu­lä­ren Ent­schei­dun­gen in Euro­pa akzep­tiert und nicht im Euro­pa­par­la­ment in Stras­bourg blo­ckiert wer­den, bedarf es eines mas­si­ven pro­pa­gan­dis­ti­schen Auf­wands. Vor allem dür­fen die Par­tei­en, die hier Wider­stand leis­ten wür­den, bei den EU-Wah­len am 9. Juni nicht zu stark wer­den. Die wich­tigs­te euro­päi­sche Par­tei aber, die sich gegen die Finan­zie­rung des Krie­ges in der Ukrai­ne wen­det, ist die Alter­na­ti­ve für Deutschland.
Die Fratel­li d’Italia unter Gior­gia Melo­ni hat sich nach dem Wahl­sieg 2022 als tro­ja­ni­sches Pferd der Trans­at­lan­ti­ker und der Brüs­se­ler EU ent­puppt. Eben­so hat die spa­ni­sche VOX-Par­tei sogar schon vor Beginn der mili­tä­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zung in der Ukrai­ne ein­sei­tig gegen Russ­land Par­tei ergrif­fen. Der fran­zö­si­sche Ras­sem­blem­ent Natio­nal hat sich unter sei­nem Vor­sit­zen­den Jor­dan Bar­del­la 2023 auf die Sei­te der USA geschla­gen. Die AfD ist unter den patrio­tisch-oppo­si­tio­nel­len Par­tei­en eine der weni­gen Par­tei­en, die ein­sei­ti­ge Posi­tio­nen ver­mei­det, einen neu­tra­len Stand­punkt anstrebt und die Ukrai­ne nicht mit Waf­fen und Geld unter­stüt­zen will.
Die­se Hal­tung der AfD liegt wesent­lich dar­an, dass die Bevöl­ke­rung im Osten Deutsch­lands poli­tisch wacher ist als im Wes­ten. Durch den Zusam­men­bruch des Kom­mu­nis­mus 1989/90 wur­den die Ost­deut­schen für Macht- und Sys­tem­fra­gen sen­si­bi­li­siert. Die Ost­deut­schen sind skep­ti­scher in poli­ti­schen Din­gen und glau­ben nicht alles, was die gro­ßen Zei­tun­gen und Fern­seh­sen­der behaup­ten. Gera­de in der AfD in Ost­deutsch­land sam­meln sich alle jene Bür­ger, die erkannt haben, dass wir in unse­rem deut­schen Inter­es­se Frie­den und Freund­schaft mit Russ­land brauchen.
So wur­de im Som­mer 2023 in Mag­de­burg bei der Auf­stel­lungs­ver­samm­lung der AfD zur Euro­pa­wahl eine Kan­di­da­ten­lis­te gewählt, die vie­le us-kri­ti­sche Patrio­ten ent­hält. Ins­be­son­de­re Maxi­mi­li­an Krah, Platz 1 auf der Lis­te, und Petr Bystron, Platz 2 auf der Lis­te, sind erfah­re­ne Außen­po­li­ti­ker mit guten Kon­tak­ten. Max Krah und Petr Bystron wür­den alles tun, um zu ver­hin­dern, dass die EU den Kon­flikt in der Ukrai­ne mit einer ein­sei­ti­gen Unter­stüt­zung des Selen­sky-Regimes noch mehr befeu­ert. Und genau des­halb müs­sen die­sen bei­den Poli­ti­ker und muss die AfD als Par­tei mit allen Mit­teln geschwächt werden.
Das ist der Grund, wes­halb in den letz­ten Wochen und Mona­ten eine bei­spiel­lo­se Kam­pa­gne gegen Krah und Bystron gefah­ren wur­de. Krah und Bystron wird vor­ge­wor­fen, sie hät­ten Geld aus rus­si­schen Quel­len erhal­ten, wofür als Bele­ge nur mehr­deu­ti­ge Text­nach­rich­ten und dubio­se Ton­auf­nah­men prä­sen­tiert wer­den. Ein Mit­ar­bei­ter von Krah ist unter dem Ver­dacht, für Chi­na zu spio­nie­ren, fest­ge­nom­men wor­den. Dann kam her­aus, dass die­ser Mit­ar­bei­ter seit 2007 in Kon­takt mit dem Ver­fas­sungs­schutz steht – der deut­sche Inlands­ge­heim­dienst, der seit über 10 Jah­ren die AfD bekämpft.
Die west­li­chen Geheim­diens­te haben alles zusam­men­ge­kratzt, wovon sie mei­nen, sie könn­ten es gegen Krah und Bystron ver­wen­den. Man greift ver­zwei­felt nach jedem Stroh­halm und hat sogar ver­sucht, aus mei­nen Arti­keln für Wede­mo­sti einen Skan­dal zu machen. Es sei doch unge­heu­er­lich, dass ich für eine rus­si­sche Zei­tung schrei­be, hieß es in allen deut­schen Zeitungen.
Mari­ne le Pen wie­der­um hat die­se künst­lich erzeug­ten Skan­da­le genutzt, um auf Distanz zur AfD zu gehen. Das Ziel besteht dar­in, dass eine gro­ße gemein­sa­me Frak­ti­on zusam­men mit der AfD im EU-Par­la­ment ver­hin­dert wird. Wenn es dazu käme, hät­te die Stra­te­gie der US-Lob­by­is­ten Erfolg. Euro­pa wäre dann nicht in der Lage, einen eige­nen geo­po­li­ti­schen Stand­punkt zu fin­den und eine eige­ne geo­po­li­ti­sche Stra­te­gie zu for­mu­lie­ren, son­dern wäre nichts ande­res als ein Bau­er, der sich auf dem gro­ßen Schach­brett gegen die Ukrai­ne ins Feld füh­ren lässt.
Aller­dings lässt sich die­se Kam­pa­gne auch als Bestä­ti­gung deu­ten. Gera­de der Umstand, dass Krah und Bystron von der fal­schen Sei­te so scharf ange­grif­fen wer­den, zeigt doch, dass sie auf der rich­ti­gen Sei­te ste­hen. Mehr Sor­gen müss­ten wir uns machen, wenn sie nicht ange­grif­fen wür­den und die Zei­tun­gen im Wes­ten sie loben wür­den. Die Wah­len am 9. Juni wer­den zei­gen, wie vie­le deut­sche Bür­ger selbst nach­den­ken kön­nen und zu die­ser Erkennt­nis in der Lage sind und wie vie­le Bür­ger sich von den Stim­mun­gen, die von den gro­ßen Medi­en erzeugt wer­den, trei­ben lassen.
Link zum Text in rus­si­scher Sprache
15.5.2024