Man möge Aster bitte künftig mit f statt mit s schreiben!

Der Bildungsreferent unserer Fraktion hatte mir den Link zum Podcast geschickt (https://www.youtube.com/watch?v=nkLIIY0xGTs). Eine Besprechung unseres Kulturprogramms aus dem rechten Milieu. Jedenfalls nicht aus dem Mainstream. Ein neues Kulturmagazin namens „Aster“. Versprach interessant zu werden, doch ach, vergebliche Hoffnung!
Den ersten Hörversuch musste ich abbrechen. Ich wollte die Fahrt zum Kreistag in Merseburg nutzen, doch ich hatte eine Mitarbeiterin dabei. Sie hielt lange tapfer still, aber nach 30 Minuten konnte sie nicht umhin, mich ganz schüchtern zu fragen, ob wir denn das scheußlich langweilige Geschwätz wirklich anhören müssten.
Heute auf der Fahrt nach Magdeburg also den Rest gehört. Allein im Auto. Es wurde nicht besser. Mitfahrern nicht zumutbar. Der Podcast-Gastgeber, erkennbar am sächselnden Tonfall, quatschte mit einem Kulturredakteur der Jungen Freiheit. Dieser gewissermaßen als Experte für das Regierungsprogramm der AfD Sachsen-Anhalt geladene Kulturredakteur gestand eingangs, es gar nicht komplett durchstudiert zu haben.
Dann glänzte er mit der Bemerkung, Sachsen-Anhalt habe keine Universität. Die Universität Magdeburg muss man vielleicht nicht kennen, aber die altehrwürdige Alma mater halensis? Entweder er wusste nicht, dass Halle in Sachsen-Anhalt liegt, oder er wusste nicht, dass es dort eine Universität gibt, oder gar beides. Seiner Meinungsstärke tat das aber keinen Abbruch.
Über eine Stunde lang redete dieses Prachtexemplar von Kulturredakteur das Kulturprogramm der AfD Sachsen-Anhalt schlecht, ohne valide Gründe dafür angeben zu können, weshalb es denn schlecht sein soll. Daher der eigentümliche Eindruck der Leere, den der Podcast hinterlässt. Der Gastgeber sekundierte als Stichwortlieferant. Schleppend, immer wieder von Gesprächspausen unterbrochen, kenntnislos und weitgehend zusammenhanglos hangelte man sich von Abfälligkeit zu Abfälligkeit. Wie sagte nicht Goethe so schön? Man fühlt die Absicht, und man ist verstimmt.
Was da an blasierten Dummheiten beredet wurde, lohnt kaum der Auseinandersetzung. Die beiden mokierten sich darüber, dass Feuerwerk zum Kulturgut erklärt wird. Das war allerdings konsequent: Wer als Experte für ein Kulturprogramm auftritt, obwohl er es nicht ganz gelesen hat, mag auch als Kulturexperte auftreten, obwohl er nicht versteht, weshalb Feuerwerk Kulturgut ist.
Am Ende kaprizierten die beiden Kritikaster sich darauf, dass wir den antideutschen Kulturbetrieb einkürzen wollen. Das ginge nicht, das sei zu parteiisch, zu wenig tolerant und überhaupt das Ende der Kultur in Deutschland, die ja milliardenschwere Förderung brauche. Wenig vorher hatte man noch erklärt, es gäbe viel rechte Kultur, die ohne Förderung gedeihe, aber gut. Weder Kenntnislosigkeit noch Selbstwidersprüche konnten die beiden in ihrer Festlegung anfechten, das Kulturprogramm der AfD Sachsen-Anhalt habe eben schlecht zu sein.
Die beiden haben offenbar nicht verstanden, dass die Position gegen antideutsche Kunst keine Parteinahme für eine politische Richtung ist, weil ein Bekenntnis zu Deutschland allen politischen Richtungen angesonnen werden können muss. Dass in unseren Tagen das Bekenntnis zu Deutschland eine Parteimeinung wurde, weil es deutsche Parteien gibt, die sich gegen Deutschland wenden, ist gerade das Übel, das die Kulturpolitik heilen soll. So schwer zu begreifen?
Die beiden Meisterschwätzer stießen sich an dem Landesmotto “deutschdenken”, sagten aber nicht, weshalb. Sie wussten nicht nur nicht mit diesem Landesmotto etwas anzufangen, sondern wussten auch nicht zu erklären, weshalb sie damit nichts anzufangen wussten. Wer nicht denken kann, der kann eben auch nicht deutsch denken. Das ist keine Schande. Aber wer bringt den beiden bei, dass niemand sie zwingt, sich zu äußern, wenn sie nichts zu sagen haben?
Am Ende fragt man sich, weshalb ein neues Kulturmagazin aus dem rechten Milieu das durchdachte Kulturprogramm der AfD-Sachsen-Anhalt, die als erster AfD-Landesverband die realistische Chance hat, Regierungsmacht zu erlangen, auf Teufel komm raus schlecht redet. Wenn das jedenfalls der Aufschlag eines neuen Kulturmagazins sein soll, so hat es damit schon seine Überflüssigkeit bewiesen.
Das einzig Gute daran: Der Podcast ist so dermaßen geschwätzig, saudumm und sterbenslangweilig, dass nicht zu befürchten steht, diesem toxischen Projekt würde durch meine Reaktion unverdiente Aufmerksamkeit verschafft. Ich erlaube mir nur noch einen Ratschlag. Der Name des Magazins tut der Schönheit der Sternblume Unrecht. Man möge den Namen ändern und ihn künftig mit f statt mit s schreiben.
Link zum Beitrag auf Facebook
19.3.2026