19. März 2026

Man möge Aster bitte künftig mit f statt mit s schreiben!

Der Bil­dungs­re­fe­rent unse­rer Frak­ti­on hat­te mir den Link zum Pod­cast geschickt (https://www.youtube.com/watch?v=nkLIIY0xGTs). Eine Bespre­chung unse­res Kul­tur­pro­gramms aus dem rech­ten Milieu. Jeden­falls nicht aus dem Main­stream. Ein neu­es Kul­tur­ma­ga­zin namens „Aster“. Ver­sprach inter­es­sant zu wer­den, doch ach, ver­geb­li­che Hoffnung!

Den ers­ten Hör­ver­such muss­te ich abbre­chen. Ich woll­te die Fahrt zum Kreis­tag in Mer­se­burg nut­zen, doch ich hat­te eine Mit­ar­bei­te­rin dabei. Sie hielt lan­ge tap­fer still, aber nach 30 Minu­ten konn­te sie nicht umhin, mich ganz schüch­tern zu fra­gen, ob wir denn das scheuß­lich lang­wei­li­ge Geschwätz wirk­lich anhö­ren müssten.

Heu­te auf der Fahrt nach Mag­de­burg also den Rest gehört. Allein im Auto. Es wur­de nicht bes­ser. Mit­fah­rern nicht zumut­bar. Der Pod­cast-Gast­ge­ber, erkenn­bar am säch­seln­den Ton­fall, quatsch­te mit einem Kul­tur­re­dak­teur der Jun­gen Frei­heit. Die­ser gewis­ser­ma­ßen als Exper­te für das Regie­rungs­pro­gramm der AfD Sach­sen-Anhalt gela­de­ne Kul­tur­re­dak­teur gestand ein­gangs, es gar nicht kom­plett durch­stu­diert zu haben.

Dann glänz­te er mit der Bemer­kung, Sach­sen-Anhalt habe kei­ne Uni­ver­si­tät. Die Uni­ver­si­tät Mag­de­burg muss man viel­leicht nicht ken­nen, aber die alt­ehr­wür­di­ge Alma mater halen­sis? Ent­we­der er wuss­te nicht, dass Hal­le in Sach­sen-Anhalt liegt, oder er wuss­te nicht, dass es dort eine Uni­ver­si­tät gibt, oder gar bei­des. Sei­ner Mei­nungs­stär­ke tat das aber kei­nen Abbruch.

Über eine Stun­de lang rede­te die­ses Pracht­ex­em­plar von Kul­tur­re­dak­teur das Kul­tur­pro­gramm der AfD Sach­sen-Anhalt schlecht, ohne vali­de Grün­de dafür ange­ben zu kön­nen, wes­halb es denn schlecht sein soll. Daher der eigen­tüm­li­che Ein­druck der Lee­re, den der Pod­cast hin­ter­lässt. Der Gast­ge­ber sekun­dier­te als Stich­wort­lie­fe­rant. Schlep­pend, immer wie­der von Gesprächs­pau­sen unter­bro­chen, kennt­nis­los und weit­ge­hend zusam­men­hang­los han­gel­te man sich von Abfäl­lig­keit zu Abfäl­lig­keit. Wie sag­te nicht Goe­the so schön? Man fühlt die Absicht, und man ist verstimmt.

Was da an bla­sier­ten Dumm­hei­ten bere­det wur­de, lohnt kaum der Aus­ein­an­der­set­zung. Die bei­den mokier­ten sich dar­über, dass Feu­er­werk zum Kul­tur­gut erklärt wird. Das war aller­dings kon­se­quent: Wer als Exper­te für ein Kul­tur­pro­gramm auf­tritt, obwohl er es nicht ganz gele­sen hat, mag auch als Kul­tur­ex­per­te auf­tre­ten, obwohl er nicht ver­steht, wes­halb Feu­er­werk Kul­tur­gut ist.

Am Ende kapri­zier­ten die bei­den Kri­tik­as­ter sich dar­auf, dass wir den anti­deut­schen Kul­tur­be­trieb ein­kür­zen wol­len. Das gin­ge nicht, das sei zu par­tei­isch, zu wenig tole­rant und über­haupt das Ende der Kul­tur in Deutsch­land, die ja mil­li­ar­den­schwe­re För­de­rung brau­che. Wenig vor­her hat­te man noch erklärt, es gäbe viel rech­te Kul­tur, die ohne För­de­rung gedei­he, aber gut. Weder Kennt­nis­lo­sig­keit noch Selbst­wi­der­sprü­che konn­ten die bei­den in ihrer Fest­le­gung anfech­ten, das Kul­tur­pro­gramm der AfD Sach­sen-Anhalt habe eben schlecht zu sein.

Die bei­den haben offen­bar nicht ver­stan­den, dass die Posi­ti­on gegen anti­deut­sche Kunst kei­ne Par­tei­nah­me für eine poli­ti­sche Rich­tung ist, weil ein Bekennt­nis zu Deutsch­land allen poli­ti­schen Rich­tun­gen ange­son­nen wer­den kön­nen muss. Dass in unse­ren Tagen das Bekennt­nis zu Deutsch­land eine Par­tei­mei­nung wur­de, weil es deut­sche Par­tei­en gibt, die sich gegen Deutsch­land wen­den, ist gera­de das Übel, das die Kul­tur­po­li­tik hei­len soll. So schwer zu begreifen?

Die bei­den Meis­ter­schwät­zer stie­ßen sich an dem Lan­des­mot­to “deutsch­den­ken”, sag­ten aber nicht, wes­halb. Sie wuss­ten nicht nur nicht mit die­sem Lan­des­mot­to etwas anzu­fan­gen, son­dern wuss­ten auch nicht zu erklä­ren, wes­halb sie damit nichts anzu­fan­gen wuss­ten. Wer nicht den­ken kann, der kann eben auch nicht deutsch den­ken. Das ist kei­ne Schan­de. Aber wer bringt den bei­den bei, dass nie­mand sie zwingt, sich zu äußern, wenn sie nichts zu sagen haben?

Am Ende fragt man sich, wes­halb ein neu­es Kul­tur­ma­ga­zin aus dem rech­ten Milieu das durch­dach­te Kul­tur­pro­gramm der AfD-Sach­sen-Anhalt, die als ers­ter AfD-Lan­des­ver­band die rea­lis­ti­sche Chan­ce hat, Regie­rungs­macht zu erlan­gen, auf Teu­fel komm raus schlecht redet. Wenn das jeden­falls der Auf­schlag eines neu­en Kul­tur­ma­ga­zins sein soll, so hat es damit schon sei­ne Über­flüs­sig­keit bewiesen.

Das ein­zig Gute dar­an: Der Pod­cast ist so der­ma­ßen geschwät­zig, sau­dumm und ster­bens­lang­wei­lig, dass nicht zu befürch­ten steht, die­sem toxi­schen Pro­jekt wür­de durch mei­ne Reak­ti­on unver­dien­te Auf­merk­sam­keit ver­schafft. Ich erlau­be mir nur noch einen Rat­schlag. Der Name des Maga­zins tut der Schön­heit der Stern­blu­me Unrecht. Man möge den Namen ändern und ihn künf­tig mit f statt mit s schreiben.

 

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19.3.2026