23. April 2026

§ 1 unseres Schulgesetzes ist toxisch!

Pres­se­mit­tei­lung vom 23. April 2026

Meh­re­re Schul­di­rek­to­ren in Sach­sen-Anhalt haben Schü­lern, die einen Berufs­ori­en­tie­rungs­tag bei der AfD-Land­tags­frak­ti­on ableis­ten woll­ten, die Geneh­mi­gung ver­sagt. Nach­dem die Fäl­le öffent­lich wur­den, hat Bil­dungs­mi­nis­ter Rie­del den Direk­to­ren den Rücken gestärkt und auf § 1 des Schul­ge­set­zes Sach­sen-Anhalt ver­wie­sen. Des­sen Vor­ga­ben sei­en mit den Zie­len der AfD unvereinbar.

Dazu erklärt Dr. Hans-Tho­mas Till­schnei­der, Spre­cher der AfD-Land­tags­frak­ti­on für Bil­dung, Kul­tur und Wis­sen­schaft: „Der Minis­ter hat inso­fern Recht, als eini­ges, was in § 1 des Schul­ge­set­zes von Sach­sen-Anhalt steht, mit den Zie­len der AfD tat­säch­lich kol­li­diert. Das liegt aber nicht dar­an, dass unser Pro­gramm pro­ble­ma­tisch wäre, son­dern dar­an, dass § 1 nur so vor Regen­bo­gen­ideo­lo­gie trieft. Die­ser im Lau­fe der Zeit auf fünf Absät­ze, drei Unter­ab­sät­ze und neun Num­mern ange­schwol­le­ne Para­graph ist schon rein äußer­lich auf­ge­bläht wie ein eige­nes Geset­zes­werk. § 1 Abs. 1 S. 1 ver­weist auf das Grund­ge­setz und die Ver­fas­sung von Sach­sen-Anhalt, was völ­lig aus­rei­chen wür­de. Ein dar­an anschlie­ßen­der ‚insbesondere‘-Satz pos­tu­liert dann aber: ‚Ins­be­son­de­re hat jeder jun­ge Mensch ohne Rück­sicht auf sein Geschlecht, sei­ne Her­kunft, sei­ne Eth­nie, eine Behin­de­rung, sei­ne sexu­el­le Iden­ti­tät, sei­ne Reli­gi­on oder Welt­an­schau­ung (…) das Recht auf eine sei­ne Bega­bun­gen, sei­ne Fähig­kei­ten und sei­ne Nei­gung för­dern­de Erzie­hung, Bil­dung und Ausbildung.‘

Das red­un­dan­te Aus­buch­sta­bie­ren aller mög­li­chen Grup­pen ist Aus­fluss ultra­lin­ker Iden­ti­täts­po­li­tik. Hier wird Min­der­hei­ten­po­li­tik gegen die Inter­es­sen der Mehr­heit betrie­ben. Außer­dem gibt die­ser Geset­zes­text jedem Kind auf der Welt ein Recht, in Sach­sen-Anhalt unter­rich­tet zu wer­den, was gefähr­li­cher Unsinn ist.

Als wäre das nicht genug, for­dert dann auch noch § 1 Abs. 2 Nr. 6, ‚den Schü­le­rin­nen und Schü­lern Kennt­nis­se, Fähig­kei­ten und Wert­hal­tun­gen zu ver­mit­teln, wonach nie­mand aus Grün­den des Geschlechts, der sexu­el­len Iden­ti­tät, einer Behin­de­rung, der Abstam­mung oder wegen sei­ner Spra­che, sei­ner Hei­mat und Her­kunft, sei­nes Glau­bens oder sei­ner reli­giö­sen oder poli­ti­schen Anschau­un­gen oder aus ras­sis­ti­schen oder anti­se­mi­ti­schen Grün­den benach­tei­ligt oder bevor­zugt wer­den darf; über die Mög­lich­kei­ten des Abbaus von Dis­kri­mi­nie­run­gen und Benach­tei­li­gun­gen ist aufzuklären.‘

Sol­che Lita­nei­en füh­ren dazu, dass immer mehr Bür­ger glau­ben, jede Ungleich­be­hand­lung sei eine Dis­kri­mi­nie­rung. Nur die rechts­grund­lo­se Ungleich­be­hand­lung ist jedoch eine Dis­kri­mi­nie­rung. Es gibt eine Fül­le von Ungleich­be­hand­lun­gen, die voll­auf berech­tigt sind. Dafür müss­te das Schul­ge­setz den Sinn schär­fen, anstatt zu sug­ge­rie­ren, man dürf­te kei­ne Unter­schie­de mehr machen.

Dass es auch anders geht, zeigt das Schul­ge­setz des Frei­staa­tes Bay­ern. Des­sen Arti­kel 1 lautet:

(1) Die Schu­len haben den in der Ver­fas­sung ver­an­ker­ten Bil­dungs- und Erzie­hungs­auf­trag zu ver­wirk­li­chen. Sie sol­len Wis­sen und Kön­nen ver­mit­teln sowie Geist und Kör­per, Herz und Cha­rak­ter bil­den. Obers­te Bil­dungs­zie­le sind Ehr­furcht vor Gott, Ach­tung vor reli­giö­ser Über­zeu­gung, vor der Wür­de des Men­schen und vor der Gleich­be­rech­ti­gung von Män­nern und Frau­en, Selbst­be­herr­schung, Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl und Ver­ant­wor­tungs­freu­dig­keit, Hilfs­be­reit­schaft, Auf­ge­schlos­sen­heit für alles Wah­re, Gute und Schö­ne und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein für Natur, Umwelt, Arten­schutz und Arten­viel­falt. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler sind im Geist der Demo­kra­tie, in der Lie­be zur baye­ri­schen Hei­mat und zum deut­schen Volk und im Sinn der Völ­ker­ver­söh­nung zu erziehen.

(2) Bei der Erfül­lung ihres Auf­trags haben die Schu­len das ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Recht der Eltern auf Erzie­hung ihrer Kin­der zu achten.‘

So hat ein Schul­ge­setz zu begin­nen, nicht so wie in Sach­sen-Anhalt. Dass die CDU Sach­sen-Anhalt die woke Ver­un­stal­tung unse­res Schul­ge­set­zes zuge­las­sen und wohl selbst mit betrie­ben hat und ein CDU-Minis­ter sich jetzt dar­auf stützt, um Schü­lern den Besuch der AfD-Frak­ti­on zu ver­bie­ten, zeigt, dass die CDU auch nur eine wei­te­re grü­ne Par­tei gewor­den ist.“

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23.4.2026