Laut dem sog. „Sachsen-Anhalt-Monitor“, einer regelmäßig durchgeführten Umfrage zu politischen Grundeinstellungen, sind nur ca. 43 Prozent der Bürger Sachsen-Anhalts „solide Demokraten“. Die Gesinnung der Mehrheit dagegen soll in demokratischer Hinsicht mangelhaft sein.
Dazu erklärt Dr. Hans-Thomas Tillschneider, 1. stellv. Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion: „Wenn eine Meinungsumfrage zu dem Schluss kommt, dass mehr als die Hälfte der Bürger keine oder zumindest keine tadellosen ‚Demokraten‘ sind, dann ist das Problem ganz offensichtlich nicht die Einstellung der Bürger, sondern die Definition von ‚Demokratie‘. So wertet der ‚Sachsen-Anhalt-Monitor‘ unter anderem die Bejahung der folgenden Aussagen als Indiz für eine undemokratische Einstellung:
‚Bewährte Verhaltensweisen sollten nicht in Frage gestellt werden‘;
‚Die meisten Menschen erkennen nicht, in welchem Ausmaß unser Leben durch Verschwörungen bestimmt wird, die im Geheimen ausgeheckt werden‘;
‚Das oberste Ziel der deutschen Politik sollte es sein, Deutschland die Macht und Geltung zu verschaffen, die ihm zusteht.‘
Die erste Aussage zielt auf einen Grundsatz konservativer Politik, die zweite Aussage deutet an, dass die Welt oft anders funktioniert, als es uns die Altparteien glauben machen wollen, und die dritte Aussage artikuliert eine Selbstverständlichkeit. Wer hierzu jeweils ‚ja‘ sagt, ist kein schlechter Demokrat, sondern im Gegenteil, jemand, der sich auch gegen Widerstände und die Indoktrination der Altparteien einen intakten kritischen und demokratischen Sinn bewahrt hat. Recht besehen offenbart also der ‚Sachsen-Anhalt-Monitor‘ mit seinem undemokratischen Demokratiebegriff selbst ein bedenkliches Demokratiedefizit.“
